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2011-07-13 02:33

Die Rolle des Helicobacter pylori bei der Entstehung von Allergien Die Rolle des Helicobacter pylori bei der Entstehung von Allergien

In den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl der Allergiepatienten stark angestiegen. Dies gilt auch für Fälle von allergischem Asthma. Daran sind allerdings nicht nur Faktoren wie Umweltverschmutzung oder der durch den Klimawandel verstärkten Pollenflug schuld.

So stellten Immunologen aus der Schweiz kürzlich im Rahmen einer Studie fest, dass der Magen-Darmkeim Helicobacter pylori vor allergischem Asthma schützen kann. Dieser Darmkeim ist weltweit verbreitet: Es wird vermutet, dass rund die Hälfte aller Menschen das Bakterium in sich trägt. In der Regel verursacht es keinerlei Symptome. In einigen Fällen kann es jedoch Magengeschwüre, Magenkrebs und Gastritis verursachen. Aus diesem Grund wird es häufig vorbeugend mit Antibiotika bekämpft. Das kann sich allerdings unter anderem für Allergiker negativ auswirken, wie die Studie der Schweizer bewies.

In einer Versuchsreihe wurde eine Gruppe von jungen Mäusen mit dem Darmbakterium infiziert und im Anschluss daran starken Allergenen ausgesetzt. Die Folge: Es kam zu keinen beziehungsweise nur geringfügigen asthmatischen Reaktionen der Mäuse. Zur Kontrolle wurde eine weitere Gruppe von Mäusen im Erwachsenenalter mit dem Darmbakterium infiziert. Als sie denselben allergieauslösenden Substanzen ausgesetzt wurden, zeigten sie allesamt deutliche asthmatische Symptome.

Anschließend machten die Forscher einen weiteren Versuch und therapierten Mäuse, die Helicobacter pylori bereits in sich trugen, mit Antibiotikum. Das Antibiotikum tötete den Darmkeim ab und beseitigte gleichzeitig den Allergieschutz. Die Folge: Die Mäuse entwickelten allergisches Asthma.

Die Ergebnisse der Studie fassten die Wissenschaftler so zusammen: Wer den Magen-Darmkeim in sich trägt, reichert sogenannte regulatorische T-Zellen an, die vor Asthma schützen. Erwachsenen Mäusen, denen direkt solche T-Zellen übertragen wurden, waren ebenfalls gegen Asthma geschützt.

Folglich kann der unbedachte Umgang mit Antibiotika zu einer Zunahme von Allergien und allergischem Asthma führen. Daher muss der Fokus der Arzneimittelforschung zukünftig verstärkt auf alternative Heilmittel gerichtet werden.

2011-07-13 02:33

Allergien: verstärkte Forschung und neue Behandlungsstrategien in Österreich Allergien: verstärkte Forschung und neue Behandlungsstrategien in Österreich

Allergien sind weltweit auf dem Vormarsch. Das menschliche Immunsystem reagiert offenbar immer empfindlicher auf Pollen, Insektengifte und Allergene im Wohnbereich. Beunruhigend ist die Schwere des Verlaufs, den die allergische Erkrankung in einigen Fällen nimmt: Ein Teil der Allergiker entwickelt im Laufe der Jahre Asthma bronchiale.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der AllergikerInnen verdoppelt. Um die allgemeine Allergie-Situation besser bekannt zu machen, veröffentlichten Forscher der Universität Wien bereits vor vier Jahren den ersten österreichischen Allergiebericht. Analysiert wurde unter anderem, welche Bevölkerungsschichten wie häufig von Allergien betroffen sind. Insgesamt gibt es rund 1,6 Millionen Allergiker in Österreich – und damit etwa doppelt so viele wie noch im Jahr 1986. Die Zahl der Asthmatiker ist sogar um das 3,5-fache angestiegen.

Besonders aufschlussreich sind die soziologischen Statistiken. 30,7 Prozent der Männer und 37,1 Prozent der Frauen, die einen höher qualifizierten Beruf ausüben, leiden an Allergien. In Berufen, für die keine besondere Qualifikation notwendig ist, sind es lediglich 24,6 Prozent der Männer und 27,8 Prozent der Frauen. Die Forscher vermuten, dass besser gebildete Menschen verstärkt auf Hygiene achten und dadurch ein geringeres Infektionsrisiko haben. Fakt ist jedoch, dass diejenigen, die in jungen Jahren viele Infektionskrankheiten durchmachen, seltener Allergien entwickeln.

Um neue, effektive Therapiemaßnahmen zu finden, läuft besonders in der Immuntherapie die Forschung auf Hochtouren. Allerdings benötigen Allergiker nicht nur medikamentöse Hilfe, sondern müssen auch lernen, das Leben mit Allergien und Asthma erfolgreich zu meistern. Darum kümmern sich Einrichtungen wie die Atemschule. Dabei handelt es sich um ein spezielles Schulungsprojekt für Asthmatiker und COPD-Patienten. Die Lernmodule der Atemschule richten sich nach den Standards des Arbeitskreises für Patientenschulung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie.

2010-05-06 13:41

Weltallergie- und Asthmatag 2010: Veranstaltung im Wiener Rathaus Weltallergie- und Asthmatag 2010: Veranstaltung im Wiener Rathaus

Allergien sind weltweit auf dem Vormarsch. Allein in Österreich leiden schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen an Heuschnupfen. Knapp 30 Prozent von ihnen haben allergisches Asthma, das in vielen Fällen mit schwerwiegenden Symptomen wie Hustenanfällen und akuter Atemnot verbunden ist. Nicht selten ist die Lebensqualität der Betroffenen stark vermindert. Besonders junge Allergiker müssen sich häufig bei Sport und Spiel einschränken und haben zum Teil auch Lernschwierigkeiten in der Schule. Gegenwärtig gibt es für die Patienten leider keine guten Nachrichten: Experten gehen davon aus, dass 2010 aufgrund des verspäteten Frühlings und des damit einhergehenden „synchronen Pollenflugs“ ein für Allergiker besonders hartes Jahr werden
wird.

Trotz der weiten Verbreitung von Allergien ist das allgemeine Problembewusstsein dafür nur wenig ausgeprägt. Um auf diese Gefahr hinzuweisen und Betroffene mit Fakten und praktischen Tipps zu Prävention und Behandlung aufzuklären, wurde der Weltallergietag ins Leben gerufen. Am 18. April 2010 lädt die österreichische Lungenunion (Selbsthilfegruppe bei Lungen- und Atemwegserkrankungen) Patienten, ihre Angehörigen sowie medizinisch interessierte Laien zu einer Informationsveranstaltung ins Wiener Rathaus ein. Der Eintritt ist für alle Besucher frei. Von 10.00 Uhr bis 17.30 Uhr werden neben fachlichen Vorträgen kostenlose Allergietests, Lungenfunktionsmessungen und Schnarcherberatung angeboten. Darüber hinaus werden neue
Medikamente und Behandlungsmethoden vorgestellt. Die Experten nehmen sich dabei gerne Zeit, die persönlichen Fragen der Gäste zu beantworten. Die Moderation übernimmt Frau Dr. med. Vera Russmann. Ort der Veranstaltung ist der Festsaal im Wiener Rathaus. Dieser ist über den Eingang Lichtenfelsgasse zu erreichen.

2010-04-21 01:47

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