Allergien: verstärkte Forschung und neue Behandlungsstrategien in Österreich

Allergien sind weltweit auf dem Vormarsch. Das menschliche Immunsystem reagiert offenbar immer empfindlicher auf Pollen, Insektengifte und Allergene im Wohnbereich. Beunruhigend ist die Schwere des Verlaufs, den die allergische Erkrankung in einigen Fällen nimmt: Ein Teil der Allergiker entwickelt im Laufe der Jahre Asthma bronchiale.

[adsenseyu1]In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der AllergikerInnen verdoppelt. Um die allgemeine Allergie-Situation besser bekannt zu machen, veröffentlichten Forscher der Universität Wien bereits vor vier Jahren den ersten österreichischen Allergiebericht. Analysiert wurde unter anderem, welche Bevölkerungsschichten wie häufig von Allergien betroffen sind. Insgesamt gibt es rund 1,6 Millionen Allergiker in Österreich – und damit etwa doppelt so viele wie noch im Jahr 1986. Die Zahl der Asthmatiker ist sogar um das 3,5-fache angestiegen.

Besonders aufschlussreich sind die soziologischen Statistiken. 30,7 Prozent der Männer und 37,1 Prozent der Frauen, die einen höher qualifizierten Beruf ausüben, leiden an Allergien. In Berufen, für die keine besondere Qualifikation notwendig ist, sind es lediglich 24,6 Prozent der Männer und 27,8 Prozent der Frauen. Die Forscher vermuten, dass besser gebildete Menschen verstärkt auf Hygiene achten und dadurch ein geringeres Infektionsrisiko haben. Fakt ist jedoch, dass diejenigen, die in jungen Jahren viele Infektionskrankheiten durchmachen, seltener Allergien entwickeln.

Um neue, effektive Therapiemaßnahmen zu finden, läuft besonders in der Immuntherapie die Forschung auf Hochtouren. Allerdings benötigen Allergiker nicht nur medikamentöse Hilfe, sondern müssen auch lernen, das Leben mit Allergien und Asthma erfolgreich zu meistern. Darum kümmern sich Einrichtungen wie die Atemschule. Dabei handelt es sich um ein spezielles Schulungsprojekt für Asthmatiker und COPD-Patienten. Die Lernmodule der Atemschule richten sich nach den Standards des Arbeitskreises für Patientenschulung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie.

4 (80%) 3 votes