Erfolgreiche Behandlung der Erdnuss-Allergie mittels oraler Immuntherapie

Nussallergien treten häufig in Form einer Kreuzallergie auf. Nicht selten sind die Symptome harmlos und beschränken sich auf Kribbeln, Jucken oder leichte Schwellungen der  Mundschleimhäute. Wer allerdings unter einer echten Nussallergie leidet, sollte vorsichtig sein: Neben Haselnüssen und Walnüssen sind es vor allem Erdnüsse, die Nuss-Allergikern richtig gefährlich werden können. Bei besonders empfindlichen Patienten genügen bereits winzige Mengen der Erdnuss, um lebensbedrohliche Reaktionen wie Atemnot oder einen anaphylaktischen Schock auszulösen.

Die einzige Möglichkeit der Therapie bei einer Erdnuss-Allergie bestand bislang in einer lebenslangen Karenz. Dies ist nicht immer einfach, da in vielen industriell verarbeiteten Lebensmitteln Spuren von Erdnüssen enthalten sein können. Insbesondere Kinder, die vor dem Verzehr eines Produkts nicht auf die Zutatenliste schauen, sind gefährdet.
Doch nun gibt es neue Hoffnung: Eine Studie am Addenbrooke’s Hospital in Cambridge (Großbritannien) konnte belegen, dass sich die Toleranz gegenüber den Allergenen der Erdnuss mithilfe einer oralen Immuntherapie schrittweise steigern lässt. Insgesamt 99 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sieben und 16 Jahren nahmen an der zweiphasigen Untersuchung teil. Dabei verabreichten die Wissenschaftler den Probanden kleine, stetig steigende Dosen eines Erdnussmehls, welches das allergieauslösende Protein der Erdnuss enthält. Nach nur sechs Monaten tolerierten 54 Prozent der Probanden 1400 mg Erdnussprotein in der Nahrung, 91 Prozent konnten immerhin täglich 800 mg Erdnussprotein zu sich nehmen.

Obwohl bei einigen Studienteilnehmern Beschwerden wie Juckreiz, Bauchschmerzen und Übelkeit auftraten und nicht alle Probanden die Studie beendeten, zeigte sich dennoch deutlich, dass die orale Immuntherapie eine vielversprechende Möglichkeit darstellt, Patienten mit einer Erdnuss-Allergie langfristig und effektiv zu helfen.

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